Medizinische Versorgung auf dem Land: Unterwegs mit der eNurse


E-Nurse heißt eigentlich Elektronische Krankenschwester. In Wahrheit ist sie so eine Art Engel auf vier Rädern. Freundlich, kompetent, lieb… Man muss mit den Menschen gut zurecht kommen Die 24 jährige Julia Ernstberger ist als erste mobile E-Nurse in Oberfranken unterwegs. Im Auftrag von mehreren Ärzten in der Region fährt sie zu den Patienten nach Hause und tut dort Dinge, die nicht unbedingt vom Arzt erledigt werden müssen. Es werden immer weniger Ärzte in der Region, die meisten gehen in Ruhestand und es folgen auch immer weniger Ärzte, die auch auf dem Land arbeiten möchten. 850 Hausbesuche hat sie im vergangenen Jahr gemacht. Heute hat sie einen Termin in Rehau bei Familie Gottfried. Die 84-jährige Gerlinde Gottfried ist herzkrank und nimmt Blutverdünner. Julia kommt deshalb alle drei Wochen zur Kontrolle und nimmt Blut ab. Für die Patientin und ihre Angehörigen eine echte Erleichterung. In dem, dass ich die Mama nicht mehr in die Praxis fahren brauch, weil ich ja selbst berufstätig bin. Da fällt das schon einmal weg. Und die Mama tut sich von der Mobilität auch relativ schwer in die Stadt zu kommen. Viele Untersuchungen lassen sich dank E-Nurse bei Gerlinde Gottfried zu Hause genauso durchführen wie in der Praxis beim Arzt. Es gefällt mir sehr gut, denn ich muss nicht zum Arzt gehen und der Arzt muss nicht zu mir kommen. Sehr vorteilhaft. Blutdruckmessen, EKG schreiben, Verbandswechsel, Grippeschutzimpfung – all das kann Julia leisten. Vom Küchentisch aus schickt sie als E-Nurse die Untersuchungsdaten der Patienten Online direkt in die Praxis. Inzwischen betreut Julia 150 Patienten für 11 Praxen in Hochfranken. Die Ärzte nehmen das sehr gut an. Sie merken einfach, dass es eine unheimliche Arbeitserleichterung ist und die Patienten sind begeistert, weil natürlich auch die Zuwendung der E-Nurse höher wie vom Arzt. Der Arzt hat einfach die Zeit nicht. Julias Stelle als E-Nurse ist ein Modellprojekt und wird zur Hälfte vom Praxisnetz finanziert, die andere Hälfte zahlt das bayerische Gesundheitsministerium. Die Zufriedenheit kommt eigentlich daher, wenn ich weiß, dass die Patienten mit mir zufrieden sind. Wenn die Patienten glücklich sind, dass ich komme, wenn sie mich mit einem Lachen begrüßen, das ist eigentlich immer das schönste. Julia möchte ihren Job gerne weitermachen. In Bayern gibt sicher viele ländliche Regionen, die gerne so einen Engel auf vier Rädern hätten.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *